Ausschlaggebend für
die Kritik an diesem auf den ersten Blick harmlos erscheinenden
Wort war die Feststellung, dass »Überfremdung« nach wie vor im
Sinne einer rassistischen Uminterpretation verwendet wird. Bis
1934 war »Überfremdung« ein rein betriebswirtschaftlicher
Terminus (= zuviel fremdes Geld in einem Unternehmen), danach
musste der Rechtschreib-Duden die Interpretationen »Eindringen
Fremdrassiger« und »Eindringen fremden Volkstums« (1941)
aufnehmen. Durch diese Sprachlenkungsmaßnahme wurde die
betriebswirtschaftliche Ausgangsbedeutung schließlich völlig
verdrängt, und »Überfremdung« wurde zur Stammtischparole, die
auch die undifferenzierteste Fremdenfeindlichkeit »argumentativ«
absichern soll.