Diese Umschreibung
rechtsextremistisch terrorisierter Gebiete und Orte ist in den östlichen
Bundesländern, v. a. in Brandenburg und Sachsen, nicht erst seit
2000 bekannt, hat aber im Zuge eines allgemeineren Bewusstwerdens
extremistischer Gefahren von Rechts im letzten Jahr bundesweite
Aufmerksamkeit gefunden. Da dieser Begriff auch im Hörfunk
verwendet wird, fehlen ihm als Zitatwort häufig die
distanzierenden Anführungszeichen, wodurch sich dieses Unwort
auch als »neutraler« Begriff verbreiten könnte.(Mit ähnlicher
Begründung wurde 1992 das undistanziert zitierte Unwort des
Jahres 1992 »ethnische Säuberung« gewählt).
Diese Begriffsbildung ist auf doppelte Weise zynisch: Zum einen
heroisiert sie ein extremistisches und gewalttätiges Sektierertum
als »national« (was selbst national Gesinnten zuwider sein müsste),
zum anderen gibt sie die Verfolgung von Menschen als »Befreiung«
aus und liegt damit auf einer Linie mit dem Unwort des Jahres
1991, »ausländerfrei«, das dem Unwort »judenfrei«
nachgebildet war. Die Variante »zeckenfreie Zone« setzt Menschen
mit Ungeziefer gleich (vgl. H.D. Schlosser, Lexikon der Unwörter,
Gütersloh 2000, S. 72 und 87).